Zeitlos schlicht: Sächsischer Fahrradständer

 

In westdeutschen Geschäftsstrassen bestehen die Fahrradparkplätze meistens aus lieblos in den Boden gerammten dicken Metallstreben, an denen man die Räder anschliessen kann. Dieser sächsische Fahrradständer dagegen fand seine künstlerische Inspiration in der sozialen Grundeinstellung des Weimarer Bauhaus: Hier können sechs Fahrräder gleichzeitig geparkt werden. Die Proportionen sind stimmig, auf Gimmicks wurde verzichtet, an diesem Objekt gibt es kein Gramm zuviel. Edelrostbelag und kleinere Gebrauchsspuren geben ihm eine lebendige Patina, mit der typisch uneitlen Typographie eines Bildenden Künstlers auf dem Schild setzt es sich bewusst vom gepolishten Style moderner Designerstücke ab.
Dieser Ständer zeigt uns mit schmerzlich Klarheit, welchen Irrweg die Fahrradständer-Gestaltung in den letzten Jahrzehnten gegangen ist. Noch ist es Zeit für eine Umkehr.

Beitrag vom 30.10.2013, 15:44 Uhr | Landkunst