Kostbarkeit am Strassenrand

Route66

 

Die radikale Simplizität dieses Settings ist erfrischend. Trotz ihres reduzierten narrativen Charakters behaltet die Arbeit eine szenische, cineastische Qualität. Das Objekt schickt den Betrachter auf die Suche nach Gelebtem – war es ein LKW-Fahrer auf dem Weg nach Tschechien, der seine alte Schachtel hier entsorgt hat? Oder ein eiliger Fahrer aus den neuen Bundesländern? Das Objekt verwehrt sich konkreten Zuordnungen, aber es bildet durch seine gelebten Charakter eine Projektionsfläche für die kollektive Erinnerung. Man spürt förmlich Geschichten, ohne sie konkret benennen zu können. Der blasige Schaum kündet dagegen schon von neuem Leben, das in diesem Objekt ohne unsere Projektionen entsteht.

Beitrag vom 28.07.2014, 09:03 Uhr | Landkunst